Für mehr Diversität in der Informatik

Informatik – reine Männersache?

Die Informatik gilt als ein von Männern dominierter Sektor. Die Statistiken sprechen für sich. An Hochschulen machen Frauen nur 18% der Informatikstudierenden aus. Auch an der Job Front sieht es nicht besser aus, nur 20% der Jobs in der Tech-Branche sind von Frauen besetzt. Laut der Digital Skills Gap Studie, trauen sich nur 10% der Frauen in Deutschland die Beherrschung einer Programmiersprache zu. Und die allermeisten deutschen Tech Startups werden von Männern gegründet. Weltweit gehen 90% der Investments an Startups, die von Männern gegründet werden. Viele Frauen und Mädchen kehren der Informatik den Rücken zu, seit den 90er Jahren ist der Anteil an Frauen in der IT-Branche sogar stetig gesunken.  

Die Schlüsselrolle von Frauen in der Informatik 

Schaut man sich die Geschichte der Informatik an, haben Frauen jedoch eine große Rolle in ihrer Entwicklung gespielt. So war es die 1815 geborene englische Mathematikerin Ada Lovelace, die die Grundidee für die Informatik formulierte. Lovelace schrieb in der Mitte des 19. Jahrhunderts Algorithmen des ersten Computerprogramms. Für einige Historiker gilt sie somit als die erste Programmiererin überhaupt. 

Eine weitere Pionierin der Informatik ist Grace Hopper. Die amerikanische Informatikerin hatte Ende der 1940er Jahre die Idee Computersprachen – anstatt nur in Nullen und Einsen- in einer allgemeinverständlichen Sprache zu formulieren. Dadurch entstanden Compiler, Interpreter und die Basis für die modernen Programmiersprachen. 

Portrait von Ada Lovelace
Portrait von Ada Lovelace.
Grace Murray Hopper, 1960
Grace Murray Hopper, 1960.

IT wird in der Arbeitswelt immer wichtiger 

Ein Blick in die Zukunft zeigt auf, dass es immer mehr Jobs geben wird, die Programmierkenntnisse voraussetzen. Bis 2025 sollen es in der EU voraussichtlich 1,6 Millionen unbesetzte Stellen geben, die Coding-Skills als Kernkompetenz erfordern. Dass der Anteil der Programmiererinnen sinkt, ist dementsprechend alarmierend. Denn Jobs in der IT-Branche gehören zu den bestbezahlten Berufen. Dass diese hauptsächlich von Männern besetzt werden, sorgt wiederum für eine Verschärfung der vorhandenen Gender Pay Gap. Und das ist nicht das einzige Problem. 

72% der Frauen haben in einer Firma mit Bro Culture gearbeitet, Quelle: Women in Tech Report, TrustRadius.
Quelle: Women in Tech Report, TrustRadius.

Weitverbreitete “Bro Culture” in der Tech Branche 

Die “Bro Culture” bezeichnet ein Arbeitsumfeld, dass durch toxische Männlichkeit am Arbeitsplatz geprägt ist. Wegen dem Mangel an Frauen ist die “Bro Culture” in gewisser Weise zum Synonym der Tech Branche geworden. Die in der Unterzahl stehenden Frauen werden dabei am Arbeitsplatz benachteiligt oder von ihren Kollegen und Chefs belästigt. Laut dem Women in Tech Report haben 72% der Frauen in Tech Jobs schon mal in einer Firma mit Bro Culture gearbeitet. Die meisten Frauen, die in einem von Männern dominierten Umfeld gearbeitet haben, fühlten sich ausgeschlossen, unsicher und unwohl. 

In der Vergangenheit wurde die Informatik hauptsächlich an Männer und Jungen vermarktet. Mittlerweile gibt es bei den großen Tech Firmen allerdings einen Wandel. Die Big Five (Google, Amazon, Facebook, Apple & Microsoft) haben in den letzten Jahren einen höheren Anteil an Frauen unter ihren Beschäftigten verzeichnet als noch vor 10 Jahren.  

Der Schlüssel zum Erfolg: Früh Mädchen beim Programmieren zu fördern

Karli Kloss möchte Diversität in der Informatik fördern.
Karli Kloss, Quelle: Instagram

Die digitale Bildung unabhängig des Geschlechts spielt eine bedeutende Rolle, um Chancengleichheit beim Zugang zu zukunftsrelevanten Beschäftigungen anzuvisieren. Um das Interesse nachhaltig zu stärken, ist es ausschlaggebend Informatikkenntnisse frühzeitig zu vermitteln. In den Vereinigten Staaten hat das Supermodel Karli Kloss es sich zur Aufgabe gemacht, Mädchen zum Programmieren zu bewegen. Kloss empfindet die Fähigkeit Zeilen Code zu schreiben als ein Empowerment. “Es ist wichtig Technik nicht nur passiv zu nutzen, sondern auch als Architekt zur Innovation und Weiterentwicklung beitragen zu können.” 

Wir bei codary setzen es uns zum Ziel mit unseren Kursen Mädchen in Deutschland für das Programmieren zu begeistern und ihnen einen guten Einstieg in die Informatik zu geben. codary’s Programmierkurse sind auf ein spielerisches und angewandtes Lernen für Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahren gedacht. Mit unserem Angebot wollen wir einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten und Kindern unabhängig des Geschlechts das Programmieren beibringen. 

Über Felix

Felix ist als Praktikant bei codary im Marketing und Operations Bereich tätig. Felix macht momentan seinen Bachelor in Digital Business Management an der Wiesbaden Business School. In seiner freien Zeit treibt Felix gerne Sport, kümmert sich um seine WG-Hühner, setzt sich mit Social Media Trends auseinander, kocht neue Rezepte, schreibt Songs oder arbeitet an diversen anderen kreativen Projekten.