Lernen im Lockdown

2020 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Die Corona Pandemie bestimmt seit März unsere täglichen Nachrichten. Die Zeit, in der ich nun plötzlich Zuhause war, nutzte ich für neue Projekte. Aber um Neues auszuprobieren, muss man sich das erstmal beibringen. Und bereit sein zu scheitern. Was und vor allem wie ich dieses Jahr im Lockdown gelernt habe, möchte ich in 3 Punkten festhalten:

Mit Videos kann man sich (fast) alles beibringen.

Mein erster Impuls, wenn ich etwas nicht kann, ist nicht aufgeben, sondern #YouTube. Im Frühjahr sprang mein Auto nicht mehr an. Diagnose: Die Batterie hat keinen Saft. Aber anstatt im Lockdown das Auto in die Werkstatt zu bringen, dachte ich mir, dass das wohl nicht so schwer sein kann, eine Batterie auszutauschen. 3 Youtube-Videos und ein Online-Batterie-Einkauf später war die Auto-Batterie eingebaut und ich stolz wie Bolle. Dem Batterie-Projekt folgten ein Gemüse-Hochbeet aus Paletten, bestickte T-Shirts, Adobe Illustrationen, ein Logo, eine Website und ein Startup. Das wäre ohne digitale Videoplattformen wie YouTube, LinkedIn oder Tiktok nicht möglich gewesen.

Im Mai haben fünfmal so viele Nutzer LinkedInLearning genutzt wie im Vorjahr. TikTok investiert seit Juni 4,5 Millionen Euro in die Förderung von Creator*innen, die unter dem Hashtag #LernenmitTikTok lehrreiche Kurzvideos erstellen. “Herr Anwalt” (Tim Hendrik Walter) zeigt Jugendlichen in Kurzvideos ihre Rechte. Die Mathe-Videos von Daniel Jung haben mir schon im Abitur geholfen. Wie ich eine Landingpage aufbaue, hat mir nicht meine Marketing-Professorin sondern ein TikToker gezeigt. Ein YouTube Video half mir, das codary Logo in Adobe zu designen und auf Linkedin bekomme ich hilfreiche SEO Tipps. 

Nichts schlägt menschliche Erfahrung 

Doch auch Lernvideos stoßen manchmal an ihre Grenzen. Wenn das Auto trotz YouTube Video nicht anspringt, muss die Werkstatt ran. Wenn die Website abstürzt, hilft manchmal auch der Wordpress Blog nicht weiter. Mein Netzwerk aus Menschen, die genau die Fehler schon einmal gemacht habe, schon. Denn erst die Erfahrung und der Austausch über das gelernte Wissen festigt es. Fragen stellen, sich Hilfe holen, sich gegenseitig verstehen helfen, und sein Wissen teilen ist deshalb fester Bestandteil von unseren codary Programmierkursen. Die Jugendlichen helfen sich gegenseitig im Videochat und vertrauen darauf, dass unser Coach ihnen alle Fragen einfach und verständlich erklären kann. Sich Dinge selbst beibringen ist gut, nachfragen besser. 

 Aufstehen, weiter machen. 

 Am Ende des Tages muss man den Mut haben, Neues auszuprobieren und darauf gefasst sein, dass es nicht klappt. Resilienz wurde in meinem Master Studium als die Charaktereigenschaft gepriesen, auf die jeder Arbeitgeber wert legt. 

„Unter Resilienz wird die Fähigkeit von Menschen verstanden, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen“

Rosmarie Welter-Enderlin, Bruno Hildebrand, Resilienz.

Was Resilienz aber wirklich bedeutet, haben wir privilegierten, gut- ausgebildeten Millenials wohl erst in der Corona-Krise gelernt, als wir unbeholfen inmitten einer Pandemie auf den Kurzarbeit-gezehrten Arbeitsmarkt und in unsere erste Krise geworfen wurden. 2020 war für viele Menschen ein schwieriges Jahr, aber ein idealer Zeitpunkt Resilienz zu üben.

Mein Fazit: Es war noch nie so einfach, sich so schnell neue Dinge selbst beizubringen. Man muss nur anfangen. Ein Lockdown ist die beste Zeit dafür.

Über Antonia

Antonia ist Co-Gründerin und leitet das Marketing und die Finanzierung von codary. Nach dem Bachelor-Studium an der Technischen Universität Berlin zog es die Ur-Berlinerin für ihren CEMS Management Master in die Sonne Lissabons und den frischen Nordwind Kopenhagens. Während ihres Studiums arbeitete sie im Marketing bei dem Startup CleverShuttle, in der Geschäftsentwicklung der Daimler AG und der Konzernleitung der Deutschen Bahn. In ihrer Freizeit schnappt sie sich ein Buch, joggt durch Brandenburg oder schwingt den Pinsel.